Da war es heute also soweit: Die Rohfassung meiner zweiten Episode für die Young-Adult-Serie „Whitehill Mysteries“ ist im Kasten! Und das habe ich einem absoluten Schreibflash zu verdanken: In etwa 5 Stunden sind es 6.000 Wörter gewesen. Ich konnte einfach nicht aufhören und musste die Episode fertigstellen, denn mich hat der sogenannte „OMG!“-Moment gepackt.

Kennt ihr ihn noch nicht, den „OMG!“-Moment, den Autoren regelmäßig beim Schreiben erleben? Zumindest hoffe ich, dass andere ihn auch erleben, da er mich regelmäßig aus den Socken haut. Manchmal kommt er – manchmal lässt er lange auf sich warten und manchmal kannst du tun und lassen was du willst, er wird einfach nicht erscheinen. Tja – aber heute – ja, heute – da kam er! UND WIE ER KAM!

Ich hatte also den groben Plot der Episode vor mir, wusste genau, wohin die Reise meines Charakters (Achtung, Minispoiler 😉 ) Sam denn nun hinführen soll. Ich musste es nur noch niederschreiben. Sam’s Schicksal schien so gut wie besiegelt. Ich sitze also in meinem Arbeitszimmer, tippe fleißig drauf los und auf einmal – BÄHM! – packt mich eine Idee. Eine Idee, die die Geschichte völlig anders enden lässt. Und ich sitze hier, lasse die Finger auf den Tasten verweilen, atme einmal kurz durch und denke: „OMG! Schreib! Schreib es auf! LOS! SCHREIB! MACH SCHON!“ So in etwa beginnt der „OMG!“-Moment. Er beschreibt also in etwa die Sekunde, in der der Autor spürt, dass die Reise seines Protagonisten eine ganz andere ist, als er eigentlich geplant hatte. Vielleicht stirbt er plötzlich durch einen gewissen Vorfall obwohl er sich gerade noch bester Gesundheit erfreuen konnte. Oder ein Paar, das vorher undenkbar war, ist plötzlich auf Grund eines Ereignisses, unerwarteterweise Endgame! Ihr wisst was ich meine, oder?

Wenn wir Autoren unsere Geschichten schreiben, erwecken wir die Figuren zum Leben. Für den Moment, in dem wir ihre Story in die Tasten hauen, existieren sie wirklich. Deshalb ist es absolut normal und verständlich, dass eine 0-8-15 Vorplanung sehr oft am Ende des Buches nicht mehr auf den Protagonisten passt. Er lebt ja schließlich und er entwickelt sich immer weiter. Es wäre fatal als Autor jetzt darauf zu beharren, die Geschichte wie geplant zu beenden denn ich bin sicher, dass auch jeder Leser spüren kann, in welche Richtung sich ein Protagonist entwickelt und dass er manchmal eben doch für das Unerwartete bereit ist!

Und genau so ging es mir heute. Sam’s Geschichte war eigentlich in Sack und Tüten. Eigentlich. Denn dann kam der „OMG!“-Moment und in Windeseile sah ich seine Reise plötzlich in ganz anderem Licht erstrahlen! Und ich liebte es!

Ihr werdet es hoffentlich genauso lieben.

Bald… 😉