Liebe Leser,

wisst ihr, was das Leben so lebenswert macht? Die Fehler, die wir machen. Die Misserfolge, die wir erfahren. Die Sackgassen, in die wir gelangen. Warum? Weil sie uns helfen, uns auf unserer persönlichen Reise weiterzuentwickeln. Wie könnten wir das sonst tun, wenn immer alles rosig und blumig und voller Sonnenschein wäre? Was würde uns herausfordern? Uns zwingen, aus unserer Komfortzone zu springen? Über die Grenzen hinauszuschauen und an diesen neuen Erfahrungen zu wachsen?

Ich habe mich in den letzten Wochen mit einer Frage auseinandersetzen müssen, die mir nicht gefallen hat. Sie betrifft meine aktuelle Trilogie „Roots of Life“. Lange habe ich versucht, meine Gedanken zu dieser Frage zu verdrängen. Dann habe ich sie zugelassen und mich davon runterziehen lassen. Nun konnte ich sie – Dank genügend Abstand und ein paar ehrlichen Worten meiner lieben Autorenkollegin Birgit Otten – für mich selbst beantworten. Auch wenn die Antwort nicht die schönste ist und nicht nur mich, sondern auch einige Leser enttäuschen wird.

Vorerst werde ich die Trilogie auf Eis legen (müssen). Keine Sorge! Sie wird ihren Abschluss finden. Ich werde die Geschichte zu Ende erzählen. Sie wird rund sein und ihre Leser verzaubern. Aber nicht heute, morgen oder übermorgen.  Vielleicht nicht in der geplanten Form. Möglicherweise sogar anders als erwartet. Warum? Was hat mich zu diesem Schritt bewogen? „Roots of Life“ hat seinen Weg auf den Buchmarkt und in die Hände der Leser nicht wirklich geschafft. Auch wenn die Resonanzen sehr gut sind, wird es sehr sehr wenig gekauft oder gelesen. Es mag viele Gründe dafür geben. Über einige habe ich bereits spekuliert. Mit anderen setze ich mich gerade bewusst auseinander. So oder so ist aber Fakt, dass der Trilogieauftakt im August nicht Fuß fassen konnte.

Der Misserfolg gepaart mit einigen privaten Angelegenheiten in den vergangenen Monaten hat der Trilogie in meinen Augen einen faden Beigeschmack verpasst. Sie hat mich müde gemacht. Traurig. Und überfordert. Obwohl ich gerade in den vergangenen Tagen viel Zeit mit Recherchearbeiten oder der Arbeit am Manuskript von Teil 2 verbracht habe, fühlte ich mich davon gestresst und belastet. Und das ist nicht meine Philosophie des Schreibens.

Ich schreibe, weil es mir auf der Seele brennt.

Ich schreibe, weil die Worte aus meinem Herzen sprudeln.

Ich schreibe, weil ich mich darüber ausdrücken kann.

Ich schreibe, weil ich mich darin gefunden habe.

All das habe ich bei „Roots of Life“ verloren. Viele Dinge sind passiert. Veränderungen. Unschöne Erfahrungen. Enttäuschungen. Das ist das Leben. Die Achterbahnfahrt geht nicht immer geradeaus. Manchmal kommt ein Looping. Oder eine Pause.

Ich habe mich sehr schwer getan mit der Entscheidung, die Trilogie vorerst zurückzustellen. Mein Anspruch an mich selbst – gerade als Autorin im Selfpublishing – ist riesig. Ich habe seit Oktober 2016 insgesamt 7 Bücher veröffentlicht. Alle 3-4 Monate ein Buch. Das war ein unheimlicher Druck und eine wahnsinnige Arbeitsbelastung. Nur ein weiterer Grund, der nun zu dieser Entscheidung geführt hat. Kreativität funktioniert nicht auf Knopfdruck. Man muss sie wieder auffüllen. Und Zeit haben, auch einfach mal Luft zu holen. All das habe ich mir in meinen ersten Jahren als Autorin sehr selten bis gar nicht erlaubt. Aber das ist keine gute Basis.

Diese Entscheidung nun treffen zu müssen, hat mich nicht nur traurig gemacht sondern mich selbst auch enttäuscht. Ich fühlte mich wie eine Versagerin und konnte mir nicht eingestehen, dass es eigentlich völlig okay ist, im Leben auch mal festzustecken. Wichtig ist, dass man das erkennt. Und dass man sich selbst nicht aufgibt.

Zukünftig möchte ich meinen Autorenalltag besser strukturieren, mir bewusst Auszeiten und Pausen setzen und wieder zu meinen Wurzeln des Schreibens zurückfinden sowie Manuskripte entwickeln, die genau das auch für euch wiederspiegeln können. Ich schreibe nämlich natürlich weiter. 🙂 Und ich freue mich auf diesen Neuanfang, denn ein Schritt zurück ist manchmal eigentlich ein Schritt nach vorne, wenn er dafür sorgt, dass man sich selbst nicht verliert. Das Schreiben ist ein wirklich hoch unterschätzter Beruf. Er kostet sehr viel Zeit, Kraft und viele viele Emotionen. Genau das ist es letztlich aber auch, was Bücher so einzigartig macht und warum ich es liebe, diese Berufung für mich gefunden zu haben.

Wann und in welcher Form es mit „Roots of Life“ weitergeht, werdet ihr auf jeden Fall immer über meine Social Media Kanäle und meine Website erfahren.

Bis dahin hoffe ich, dass ihr euch mit mir auf eine kleine Verschnaufspause und ein völlig neues Projekt freut. Es ist ein Berg voller negativer Emotionen, den ich nun hinter mir lassen möchte und ich bin offen und voller Tatendrang für das frische, lebendige und kreative Land, welches sich dahinter befindet.

Alles Liebe,

Eure Thalea Storm