Eine Autorin liest … „Nur drei Worte – Love, Simon“ von Becky Albertalli

Kennt ihr diese 1-click-Kauffunktion von Amazon?

Ist es nicht total praktisch, mit einem einzigen Klick eine komplette Bestellung abzuwickeln? Ohne dieses nervige Eingeben von Lieferadresse und Kontodaten?

Ja! Das ist echt praktisch! Wenn man etwas kaufen möchte. Wenn man es aber nicht kaufen möchte und aus Versehen darauf klickt, kann es tierisch nerven. Vor allem, wenn man dann plötzlich nicht mal mehr die Rückgabe-Funktion findet. :/

Tja. Genau so ist es mir mit dem Buch „Nur drei Worte – Love, Simon“ von Becky Albertalli ergangen. Ich wollte eigentlich nur den Klappentext lesen (der mich nicht angesprochen hat), klicke irgendwie auf dem Bildschirm rum weil der so lange geladen hat und zack – das Ding wurde an meinen Kindle gesendet. Na super! 8,99 € die ich eigentlich nicht ausgeben wollte. Dort lag das Büchlein nun wochenlang in meinem virtuellen Bücherregal, bis ich mir vor ein paar Tagen dachte: „Ach, schnuppere doch einfach mal rein.“

Und schon war es um mich geschehen!

Was für eine schöne Story, was für tolle Protagonisten, was für ein faszinierender Schreibstil, was für ein schönes Ende…

Ich glaube, ich habe mich ein klitze kleines bisschen verliebt. In jeden Aspekt dieser Geschichte! Es geht um Simon. Simon ist 17 und Simon ist schwul. Das weiß aber keiner seiner Freunde, nur sein heimlicher Email-Flirt Blue, der auf seine Schule geht, den er aber weder kennt noch jemals gesehen hat. Tja und dann gelangt eine von diesen Flirtmails in falsche Hände und Simon erlebt das Coming-out seines Lebens, lernt seine Freunde noch mal von einer ganz anderen Seite kennen und findet letztlich auch heraus, wer dieser mysteriöse und faszinierende Blue eigentlich wirklich ist.

An der Geschichte hat mich vieles angesprochen. Allen voran Simon, der Protagonist, aus dessen Perspektive die Story geschrieben ist. Durch den sehr eigenen Schreibstil hatte ich als Leser die ganze Zeit das Gefühl, direkt in Simons Kopf zu gucken. Das Buch ist in dem Gedankenchaos geschrieben, in dem ein 17-jähriger, nicht-geouteter Teenie nun mal lebt. Ich weiß gar nicht wie oft ich über Simons Gedanken lachen musste. Einfach, weil sie so natürlich und normal sind. Es sind diese Gedanken, die wir sonst eher für uns behalten weil wir denken, dass sie komisch und unnormal sind. Simon denkt sie laut und wir Leser lesen sie und erkennen uns selbst darin wieder. Das hat die Geschichte unheimlich lebendig gemacht.

Ich mochte zudem das Zusammenspiel aus Freundschaft, Erwachsenwerden und dieser sehr skurrilen wenn auch besonderen Familie, in der Simon aufwächst. Am Ende des Buches habe ich nur noch dämlich gegrinst. Alles war einfach soooo schön. 😀 Ich kam mir schon ein kleines bisschen high vor. 😀

Es ist eine Geschichte fürs Herz, die auf den ersten Blick vielleicht nicht so wirkt, aber definitiv genau dort ihren Platz findet. Und ich kann sie jedem ans Herz legen, der Young Adult gerne liest, Lust auf das pure Leben, tiefe Gefühle und ein paar lustige Momente hat. Übrigens gibt es unter dem Titel Love, Simon bereits den passenden Film dazu, den ich mir wohl ganz schnell mal anschauen muss… 😉