Textauszüge aus „SeelenMeer – Das Funkeln der Nacht“

 

 

Textauszüge „SeelenMeer – Das Funkeln der Nacht“

 

Das kleine Häuschen, umrahmt von Efeu und Blumenranken, ragt zwischen den Bäumen empor. Früher kam ich mir hier immer vor wie in einem Märchen. Es hätte mich nicht gewundert, wenn aus den Büschen Kobolde und Feen gekrochen wären. Mittlerweile denke ich eher, dass die Hütte einfach dem komischen und altmodischen Geschmack meiner Großeltern zuzuschreiben ist. Ich kann trotzdem nicht abstreiten, dass ich mich in der Zeit zurückversetzt fühle, als ich aussteige und die frische Luft einatme. (Kapitel 2)

 


 

„Wofür kriegst du dann dieses Geld? Das ist deine Aufgabe, deine Arbeit. Menschen kommen zu dir, sagen dir, was du fragen sollst und du nimmst den Kontakt auf.“

Es ist das erste Mal seit einer Ewigkeit, dass ich Mom etwas so Langes und Zusammenhängendes sagen höre. Sie scheinen in Nanas Arbeitszimmer zu sein und um sie noch besser zu verstehen, husche ich zum Treppenabsatz rüber, rutsche auf der obersten Stufe am Pfosten hinunter und schlinge die Arme um meine Knie, während ich dem Gespräch lausche.

„Aber er ist nicht hier.“, sagt Grandma deutlich lauter und bestimmter als zuvor.

„Wo soll er sonst sein? Finde ihn. Mom, finde ihn für mich.“ (Kapitel 4)

 


 

„Ich bin Hannah Flynn. Aber wahrscheinlich weißt du das schon.“, sage ich, springe dabei vom Felsen auf, trete auf ihn zu und reiche ihm die Hand.

Er greift nicht danach, sondern sieht zwischen meiner ausgestreckten Hand und meinen Augen hin und her.

„Corey.“, erwidert er fast schüchtern.

„Corey und weiter?“

„Corey Lankford.“

„Freut mich dich kennenzulernen, Corey Lankford, alias Obstjunge.“ Ich greife nach seiner Hand und schüttle sie kurz. Das scheint ihn so zu schockieren, dass er ein ganzes Stück zurückweicht.

„Was ist? Ich bin nicht giftig und hab mir ganz sicher die Hände gewaschen, seit ich das letzte Mal auf der Toilette war.“, versuche ich die plötzlich angespannte Stimmung etwas zu lockern.

Doch er schüttelt nur den Kopf und antwortet mir nicht. (Kapitel 5)

 


 

„Bist du mutig?“, fragt er plötzlich und sieht dabei ganz aufgeregt aus.

„Kommt drauf an wofür.“

„Ich weiß nicht, ob es funktioniert, aber ich wollte es schon immer mal ausprobieren. Gib mir deine Hand.“

Zwar habe ich keine Ahnung, was er vorhat, vertraue ihm aber soweit, dass ich ihm tatsächlich meine Hand reiche. Plötzlich spüre ich einen unheimlichen Wind und die Welt um uns herum scheint zu verschwimmen. (Kapitel 9)

 


 

„Nein! Nein! Lass das, hör auf!“, rufe ich verzweifelt und schlage mit der anderen Hand nach ihm. Dabei erwische ich sein Gesicht und kratze mit den Fingernägeln hindurch. Unter meinen Nägeln löst sich seine Haut und es kommt verfaultes, gammeliges Fleisch zum Vorschein.

„Oh mein Gott, was bist du?“, entfährt es mir.

„Bald bin ich das, was du die längste Zeit warst!“, und damit stürzt er sich komplett auf mich und wirft mich zu Boden. (Kapitel 12)

 


 

Nicht nur einer, sondern gleich mehrere – vielleicht acht oder zehn Stück – kriechen über das Dach des Gebäudes. Sie schauen nicht in unsere Richtung, sondern ziehen ihre klebrigen Hüllen über die Dachziegel und scheinen immer wieder zwischendurch ihre ekelerregenden Köpfe auf den Untergrund zu pressen, nach den Geräuschen im Inneren zu lauschen und diese mit einem Zischen zu kommentieren. Einige von ihnen krabbeln schnell, andere hingegen kommen nur langsam und zäh voran. (Kapitel 15)

 


 

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