Teil 2: Die Geschichte bekommt ein Dach über dem Kopf

Vergangene Woche habe ich euch im ersten Teil meiner Newsletter-Reihe „Ein Roman erwacht zum Leben“ genau verraten, was ich aus einer simplen Idee mache und wie ich diese so ausbaue, dass sie Potential für ein ganzes Buch hat. Ihr könnt das HIER gerne noch einmal nachlesen.

Heute gehts weiter mit Teil 2 und langsam aber sicher müssen die gesammelten Ideen, Inspirationen, Verbindungen, Figuren usw. ein zu Hause – ein richtiges Dach über dem Kopf – bekommen.

Wir Autoren nennen das „den Plot entwickeln“. Es gibt verschiedene Strukturen, wie ein Plot (= Storyverlauf) entstehen kann. Ich zeige euch nur die, die ich am liebsten nutze:

Die 5-Akt-Struktur

https://myna-kaltschnee.com/2016/05/25/plotten-fuer-anfaenger-die-5-akt-struktur/

 

Da ich an einer Buchreihe schreibe, war für mich klar, dass ich vorerst einen Plan machen sollte, welche Handlungsabläufe ich mir in den einzelnen Teilen grob vorstellen kann. Vieles ergibt und entwickelt sich auch beim Schreiben, aber einen groben Fahrplan brauche ich.

Wie jede Woche verrate ich euch hier auch wieder eine kleine Neuigkeit:

Bis jetzt plane ich mit vorerst 3 Büchern. 🙂

Zurück zum Plotten. Ich erkläre euch, wofür die einzelnen Kreise der Reihe nach auf dem oberen Bild stehen:

1. Akt = Prämisse

Hier führe ich die Geschichte ein. Ihr Leser sollt die Hauptfiguren schon mal grob kennenlernen, etwas über deren Lebenssituation erfahren und auch vom Gefühl her deutlich spüren, in welchem Genre ihr euch befindet. Das ist in einem Krimi natürlich total anders als in einem Liebesroman, oder – wie ich ihn jetzt schreibe – einem Paranormal Romance Roman.

2. Akt = Erster Wendepunkt

An diesem Punkt gerät die gerade kennen gelernte „heile“ Welt des Protagonisten ins Wanken. Irgendetwas geschieht, was ihn völlig aus der Bahn wirft und seinen Alltag durcheinanderwirbelt, sodass er herausgefordert wird.

3. Akt = Mittelpunkt

Auch der Mittelpunkt ist eigentlich eine Art Wendepunkt, denn auch hier geschieht etwas Ausschlaggebendes für den weiteren Verlauf der Geschichte. Im ersten Moment wirkt das meist sehr negativ, stellt sich häufig im Endeffekt aber als etwas positives heraus.

4. Akt = Zweiter Wendepunkt

Hier steigt die Spannung so richtig, weil die Handlung aufs Ende zusteuert und der Protagonist noch mal in Schwierigkeiten gerät, die ihn davon abhalten, sein Ziel zu erreichen.

5. Akt = Höhepunkt

Hier ist Zeit für die finale Schlacht – die ja ganz unterschiedlich aussehen kann. Alles, worauf das Buch hinarbeitete, trifft hier zusammen. Der Konflikt wird versucht zu lösen, das kann gut oder schlecht enden. In Mehrteilern wird nicht die ganze Hauptthematik / Hauptproblematik gelöst, sondern meist nur ein Teil davon.

 


Um diese Punkte herum plane ich meine Story mit all den gesammelten Ideen durch das Mindmap und Brainstorming.Es gibt viele weitere Varianten des Plottens, aber ich mag keine zu festen Strukturen, genauso wenig wie ich es mag, wenn es zu locker ist. Ein grobes Storygerüst brauche ich zum Schreiben, den Rest entwickelt die Geschichte während des Schreibprozesses selbst.

Einen Einblick in meine Plotplanung kann ich euch aus Spoilergründen leider nicht geben. Aber ich verrate schon so viel, dass das Buch mit einem heftigen Prolog beginnt. 🙂

 

Den dritten Teil meiner Newsletter-Reihe in der kommenden Woche solltet ihr auf keinen Fall verpassen, denn dann verrate ich, wie ich meine Figuren entwickle, warum die bei mir meistens als Erstes fertig sind UND ich verrate euch sogar schon ein bisschen was über die beiden Hauptfiguren!!! <3