Leseprobe „Der Hauch des Lebens“ – Newsletter-Special

Auszug aus Kapitel 7 (Coreys Unfallrückblick)

 

Meine Finger verkrampften sich so sehr um das Lenkrad, dass die Knöchel weiß hervortraten.

Ich sah die Straße nicht mehr, so stark prasselte der Regen auf die Scheibe. Kein Wischer dieser Welt hätte es geschafft, mir eine bessere Sicht zu bescheren. Doch ich fuhr trotzdem nicht langsamer. Im Gegenteil. Bleischwer hing mein Fuß auf dem Gaspedal, als würde es mir irgendwie helfen.

Als würde es mich aus diesem Schlamassel befreien.

Ja, als würde es den Schmerz der Enttäuschung in mir auslöschen.

„Corey, fahr langsamer!“, forderte Heather, als auch ihr auffiel, dass der Wagen trotz des schlechten Wetters wie von Sinnen über die Straße jagte. Aber den Gefallen wollte ich ihr nicht tun. Ich war ein guter Autofahrer und wusste, wie weit ich gehen konnte. Sollte sie doch Angst haben, wütend sein, panisch werden. Ihr war es doch auch egal, wie ich mich fühlte. Statt auf sie zu hören, gab ich noch mehr Gas.

„Hast du was mit Matt am Laufen? Ist es das?“, herrschte ich sie an und sah wütend zu ihr hinüber.

„Schau auf die Straße!“ Ihre Stimme konnte die aufsteigende Panik nicht mehr verbergen.

„Hast du?“, fragte ich noch einmal mit Nachdruck.

„Nein! Mit Matt läuft überhaupt nichts, das habe ich dir schon hundertmal gesagt. Die Luft ist einfach raus zwischen uns.“

„Ha!“, schnaubte ich verächtlich. „Die Luft ist also raus. So so. Wahrscheinlich bin ich dir einfach zu langweilig geworden.“

Ich spürte die Adern auf meiner Stirn pulsieren und meine Handgelenke schmerzten von der verkrampften Haltung.

„Du bist so ein Idiot!“, fuhr sie mich an. Hoffentlich fing sie jetzt nicht noch an zu heulen.

„Ich? Ich bin der Idiot?“ Noch einmal lachte ich, obwohl mir alles andere als nach Lachen zumute war.

Aus dem Augenwinkel sah ich ihr Handy aufleuchten.

Erneut schien eine Nachricht aufs Display geflattert zu sein.

Schon wieder.

„Ist das Matt?“, gab ich nicht auf, weil ich mir so sicher war, dass er der ausschlaggebende Grund für alles war.

„Verdammt noch mal, nein!“, schrie Heather und ihre Stimme quietschte in meinen Ohren, so laut war sie.

„Dann zeig es mir!“, forderte ich und griff zu ihr hinüber. Vielleicht macht man sowas nicht.

Ja, ganz sicher macht man das nicht.

Aber in diesem Moment war mir einfach alles total egal. So wütend und enttäuscht war ich.

Heather versuchte das Handy in ihrer Jackentasche zu verstauen, doch ich packte ihren Arm vorher. Dabei wechselte ich mit meinen Blicken ständig zwischen Fahrbahn und ihr hin und her. Trotzdem geriet das Auto einen Moment ins Schleudern.

„Gott, Corey, fahr langsamer!“, ermahnte sie mich. Als sie mich anschaute, stand in ihren Augen blanker Hass. So viel Abscheu hatte ich darin noch nie gesehen. Es schien fast, als ekele ich sie an.

„Erst, wenn du es mir zeigst, dass es nicht Matt ist!“, gab ich stur zurück.

Ich weiß nicht mehr, warum mich das so wurmte. Ich wollte in diesem Moment einfach wissen, ob er es mir wieder einmal versaut hatte. Nicht, dass es mich überrascht hätte.

„Es ist aus und vorbei. Ich habe dir gar nichts zu zeigen. Das ist mein Leben, verdammt!“, fluchte sie und presste sich an die Tür, das Handy in ihrer verkrampften Hand fest umschlossen.

Es leuchtete erneut.

Ich griff ein letztes Mal danach.

Wollte es einfach nur sehen.

Wollte irgendeine Bestätigung für meinen Verdacht und ein Ventil für meine unendliche Wut, doch Heather zog ihren Arm weg.

In diesem Moment – weil meine Hand ins Leere griff – blickte ich zu ihr hinüber. Innerhalb weniger Sekunden schrie sie.

Wie am Spieß.

„COREY!“, rief sie und starrte mit panischen, weit aufgerissenen Augen auf die Straße.

Sofort drehte ich meinen Kopf wieder in Richtung Fahrbahn und sah es.

 


 

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