Die Tücken meiner Trilogie

 

Eine Trilogie oder jegliche Form von Fortsetzungsromanen zu schreiben, hat mich von Anfang an ziemlich beeindruckt, sodass es lange gedauert hat, bis ich mich wirklich herangetraut habe. 🙂

Als ich dann mit SeelenMeer 1 begann, spürte ich den ersten großen Unterschied zu einem in sich abgeschlossenen Roman bereits in der Vorarbeit: Viel mehr Ideen waren nötig, um der ganzen Trilogie einen Rahmen zu geben. Die Figuren und ihre Entwicklungen mussten definitiv fähig sein, in jedem Buch zu wachsen und zwar jeder von ihnen. Somit kann eine Hannah Flynn nicht erst zum Abschluss von Teil 3 sagen „So, ich liebe den Corey.“, wenn der Leser es doch in Teil 1 schon lange gewusst hat. Nein, es muss einen Prozess in ihr geben, den sie durchläuft und auf den sie den Leser mitnimmt. Der darf nicht zu langatmig und eintönig sein. Drei Bücher sind eine Menge Zeit und da passt eine Menge Stoff hinein. Um es spannend und interessant zu gestalten benötigt die Story also verschiedene Angriffspunkte. Ecken und Kanten, an denen sich der erwartete Geschichtsverlauf reibt und plötzlich wandelt.

Ihr Leser wollt doch überrascht werden und ganz ehrlich: Es gibt nichts Schlimmeres für einen Autor als zu hören, wie langweilig das eigene Buch ist.

Also Punkt 1: Die Vorbereitung hat mich bereits bei Buch 1 aus den Socken gehauen!

 

Beginnend mit dem zweiten Teil lief einiges lockerer und fluffiger.

Warum?

Ich hatte ja bereits vor dem ersten Teil viele Ideen für die gesamte Trilogie gesammelt, wusste schon ungefähr, wo ich mit der Story hin will und musste nur wenige Figuren neu entwickeln, da ja alle schon bestanden. Was so einfach und schön anfing, wurde beim Schreiben aber doch kompliziert.

In den ersten Kapiteln vom zweiten Teil flossen meine Worte nur so dahin. Und ständig dachte ich: „Wow, Trilogien schreiben ist ja ganz leicht!“ 😀 Ha, Pustekuchen! Denn es dauerte nicht lange und mir fiel auf, dass sich meine Notizzettel mit Stichpunkten, die ich während des Schreibens anfertige, zu Unmengen häuften.

Warum?

Nun ja, stellt euch mal vor, euch ist etwas total Aufregendes passiert und ihr wollt es jemandem erzählen. Dann fangt ihr auch nicht mit dem tollen Ende an, sondern beschreibt es so, dass der Gegenüber es hoffentlich genauso aufregend empfindet wie ihr, ohne bereits zu wissen, was geschieht.

Nun muss genau das auf diese ganze Trilogie übertragen werden. Bei Buch 1 fiel es mir auch schon auf, doch Buch 2 machte es viel intensiver: Ich schreibe eigentlich permanent drei Bücher gleichzeitig. Wie das zu verstehen ist? In Teil 1 musste ich Dinge ansprechen, die sich vielleicht erst in Teil 2 und 3 lösen. Jetzt im zweiten Teil muss ich wahnsinnig aufpassen, was in Teil 1 geschehen ist (vor allem auf die ganzen Details ist zu achten) und wie sich die Dinge entwickeln können, sodass sie auf Teil 3 abzielen. Ich stecke jetzt mittendrin, löse ein paar Dinge und bereite wieder neue spannende Geschehnisse vor. Nebenbei muss die Story trotzdem rund sein und die Charaktere sollen sich auch noch entwickeln.

Das ist wirklich kompliziert. Und wesentlich anstrengender als bei einem in sich abgeschlossenen Buch. Meine Konzentration ist dabei richtig heftig gefragt.

Das größte Problem dabei ist für mich eigentlich, dass ich doch kein Freund von extrem detaillierten Vorbereitungen bin. Klar plane ich meine Bücher, strukturiere sie im Voraus und weiß ungefähr, wo ich mit wem auf welche Art und Weise am Ende der Geschichte landen will. Aber das reicht bei einem Mehrteiler nicht. Da kommt es auf die kleinen Dinge an, die vielleicht anfangs unbedeutend wirken und am Ende das große Ganze ergeben.

Ja, das fordert mich diesmal richtig!

Aber es ist auch spannend und ich verliebe mich mit jedem Wort nicht nur noch mehr in die SeelenMeer-Story, sondern auch in das Schreiben von Fortsetzungsromanen. Die Figuren weiterleben zu lassen und ihre Geschichte zu verfolgen, lässt sie noch realer wirken. Als könnte ich noch heute nach Brookswell reisen und Hannah dort im schnuckeligen Haus ihrer Grandma besuchen… <3